PFARRERBLOG   @Gerhard Cieslik


GEBETE & PSALMEN

WEIHNACHTEN

Alljährlich ist es stets ein Fest,

wenn unser HERR sich in die Welt entlässt.

Er wird geboren als ein Kindelein,

und nimmt nicht an viel Schätzelein.

Er ist gar arm und lieget nur im Stroh,

derweil das Paar und alle Tier sind froh.


Er ist nun endlich da, der Retter,

ein süßes Kind ist doch viel besser,

als der Stall voll Leut mit Weltverbess´rer.

So sieht die Welt die Liebe selbst

mit DEINEM Licht DU all´ erhellst.

Die Welt ist nun bereit, bei DIR zu stehen,

und kann sich nicht sattsehen.


GOTT ist da - vollkommene Freude

und mein Herz hat große Acht,

in dieser Heilgen Nacht.


FROHE WEIHNACHT!


© Gerhard Cieslik, 2019

Mein Glaube

Ein moderner Psalm für Tüngental!

Liebender Gott,

mein Leben ist ein Wagnis.

Jeder Tag erfordert Mut.

Die Kraft kommt auch von DIR.

Wie oft hilfst DU mir durch den Tag,

lässt mich den Sinn des Weges ahnen.

DU stehst mir bei,

wenn ich durch Dunkelheiten muss.

Im Ozean des Lebens bist DU

mein Licht der Hoffnung.


DU bist meine Quelle,

mein lebendiges Wasser,

DU bist gut zu jeder Zeit.


DIR allein darf ich ganz vertrauen,

in DEINER Liebe ist Platz für mich.


DU schenkst mir Geborgenheit,

wenn ich mich verloren fühle.

DU spendest mir Trost,

wenn ich traurig bin.

DU begleitest mich in der Freude

bist mir ein wahrer Freund.


DIR allein vertraue ich,

DIR allein lege ich meine Lieben ans Herz

und DIR allein folge ich in alle Ewigkeit.


AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein Trost

Ein moderner Psalm für Otterbach!

Gott, 

deine Allmacht ist wahr.

Manchen ist das unerträglich.

Sie fragen wütend,

wo bist DU in all dem Leid?

Warum lässt DU das zu?

Ist das etwa DEIN Wille?

Wir wissen, diese Fragen bleiben ohne Antwort,

unser Leben lang.

Wir haben nur den Weg des Herzens,

nur dort ist ein Gespräch mit DIR möglich.

Unsichtbar für die Welt,

ist dort ein Raum der Ruhe.

Allen Ballast und Sorgenschwere 

nimmst DU auf DICH

und bietest mir DEINEN Frieden an.

Nur weil DU die Allmacht bist,

kannst DU mein Seelensorger sein.

Ohne DEINEN Trost,

ist Leben unvorstellbar, 

Verzweiflung nahe.

Aber DU bist da,

kommst mir entgegen 

und berührst mein Herz.

Die Fragen bleiben wohl,

doch jetzt kann ich vertrauen.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Meine Hoffnung

Ein moderner Psalm für Ramsbach!

Ewiger Gott, 

noch bevor ich auf die Welt kam, 

hast DU mich geliebt. 

Von DIR gewollt entsandt, 

wurde ich in den Arm meiner Mutter gelegt. 

Schon damals gabst du mir DEIN Versprechen, 

immer bei mir zu sein. 

DEINE Welt und ich lernten uns kennen, 

Erfahrungen, waren sie gut oder schlecht, prägten mich. 

Auch ging ich eigene Wege, 

die DIR nicht gefallen konnten. 

An manchen Tagen hast DU mich 

in DEINE Richtungen gezogen,

DU hast mich vor Schlimmem bewahrt,

ein Neuanfang war jederzeit möglich.

In meinem Leben hast DU mir 

Liebe ermöglicht,

tiefe Beziehungen konnten entstehen.

 

Doch in DEINER Welt sein, 

heißt auch Abschied nehmen müssen,

Liebe ist gewaltig und unhaltbar.

Manchmal habe ich sie verloren,

sehne ihr immer noch nach.

Meine Träume können sie nie loslassen,

weil sie dem Herzen zuruft immerdar:

Es gibt ein Wiedersehen!

 

In großer Not und Finsternis 

bleibst DU an meiner Seite.

Nie muss ich ganz an DIR zweifeln,

mit DIR diskutieren erlaubt.

DU hörst mir wirklich zu

und DU stärkst mich als die Person,

die ich wirklich bin.

Am Ende bist DU es,

meine Hoffnung,

die mich täglich leben lässt

und mir die Ewigkeit 

als gutes Ziel vor Augen hält.

Ewig bei DIR sein, 

ist dann die Erfüllung 

all meines Hoffens.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein Neuanfang

Ein moderner Psalm für Wolpertsdorf!

GOTT,
zum Leben bedarf es Mut,
an manchen Tagen fehlt er mir.
Niedergedrückt sinke ich in mich zusammen
und drückend ist auch meine Stimmung.
Sorgen kommen oft unvorhergesehen - 
sie überfallen mich in manchem nächtlichen Hinterhalt.
Wach liege ich da und
Bilder ziehen an mir vorbei.

Warum ist das geschehen?
Wie wäre es, 
wenn es doch ganz anders gekommen wäre?
Wo warst DU da eigentlich in diesem Moment?
Hast DU mich allein gelassen?
Fragen bohren und
die Nacht scheint endlos.

Doch DU lässt mich nicht allein,
DU hältst es mit mir aus.
Auch wenn alle schlafen,
bleibst DU bei mir, 
hörst mir zu.
Alles darf ich sagen,
für Nichts 
muss ich mich bei DIR schämen.

Wenn ich mir dann alles von der Seele geredet habe,
schenkst DU mir innerliche Ruhe
und ein lang ersehnter Friede,
legt sich sanft auf mein unruhiges Herz.
Alles weiß ich bei DIR gut aufgehoben,
deshalb muss ich es nicht mehr tragen.

Wenn meine Seele aufatmet - 
schenkst DU mir Schlaf.
In den Träumen der Nacht
liest DU mir deine Liebesbriefe vor.
Geliebt wache ich am Morgen auf,
höre im Innern noch DEINE letzten Worte.
Ich weiß, ich darf neu anfangen 
und ich kann es auch.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein Halt

Ein moderner Psalm für Veinau!

HERR, viele lachen mich aus, weil ich an DICH noch glaube.

Sie sagen: Du bist aus der Zeit gefallen - 

du lebst doch hinterm Mond.


Ich ertrage es leicht, so verrufen zu sein,

ich lache innerlich, wenn sie mich gar mitleidig anschauen.

In allen schwierigen und wichtigen Lebenswendungen,

warst DU da, hast DU, meine Wege gelenkt und mich begleitet.


Nie habe ich DICH gesehen und 

nie hast DU zu mir gesprochen.

Aber DEINE Nähe habe ich oft gespürt.


DU hast mir Botschaften zukommen lassen,

Worte, die mir zu Herzen gingen,

die mich trafen und ich wusste, sie sind von DIR.

DU hast mir Begegnungen geschenkt,

die mich tief gerührt haben.

DU hast mir Trost gegeben,

wenn ich allein war in meiner Not.


DU - mein Halt im Leben,

DU - mein Trost 

und DU - mein Seelenschatz.


Bleib bei mir,

halte mich fest in meinen Stürmen

und nimm mich am Ende in DEINE Arme.


Sie lachen vielleicht immer lauter,

ich aber ruhe ganz in DIR.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein innerer Friede

Ein moderner Psalm für Altenhausen!

Liebender GOTT, 

gib mir die Gelassenheit

und die innere Ruhe – von DIR.

Das ist die Kraft,

die wirklichen Frieden schaffen kann.

DU aber sagst zu mir: 

Innere Ruhe findest du, 

wenn du dich von MIR ruhen lässt.

 

Sei daher DU mein Ruhepol, 

dem ich gelassen mein Leben anvertrauen kann.

Sei daher DU mein großes Lassen,

dem ich alles vor die Füße legen kann, 

was mein Herz schwer macht.

 

Meinen inneren Ballast lasse ich DIR da –

hier in DEINEM Haus.

Voller Kraft und Mut zum Leben –

versprüht meine Seele Liebesstaub.

Funkelnde Augen und lächelnde Gesichter – 

begegnen mir – morgen. 


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Gemeinsam vor Dir

Allmächtiger Vater,
fremd stehen wir uns gegenüber.
Andersartig sind unsere Lebenswelten.
Wir wissen nicht, wie wir uns begegnen sollen,
Missverständnisse begegnen sich.
Vorurteile lassen sich nicht unbeschwert ablegen,
es kostet viel Mut und Kraft auf beiden Seiten. 
Demütig betreten wir weiter
den Weg des Vertrauens zu DIR.
Beide wissen wir, dass Liebe allein von DIR kommt
und unser Leid nicht zur Verzweiflung wird.
Ängstlich fangen wir nun an,
reden
miteinander.
Spüren die Würde des Anderen.
Hoffen mit Zittern der Zukunft entgegen, 
erleben den Moment als Augenblick der Ewigkeit.
Schauen gemeinsam in die Verborgenheit
und erflehen beide DEINE Nähe.

AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

Sehnsucht nach Dir

Schon wieder ist es dunkel, 

ich spüre die Nacht, sie kommt näher.

Die Eindrücke des Tages wirken noch nach, 

in mir.

Viel gearbeitet – viel geschafft

und dennoch, es bleibt eine Lücke,

es fehlt Etwas.

Kaum greifbar, 

dennoch nah,

manchmal auch unheimlich.

Was bist Du in mir?

Wie lautet Deine Botschaft an mich?

Ein Entschluss.

Ein geheimnisvolles Drängen.

Urplötzlich der Wille – ich will mich öffnen.

Mutig tret ich durch die Herzenstür.

Komm näher – noch näher.

Nähe wird spürbar, wird ein Teil von mir.

Du bist doch da! – So ganz bei mir.

Gleichzeitig – entrückt und himmlisch.

Nicht von hier.

Meine Zweifel habe ich längst hinter mir gelassen.

Du bist da!

Nah.

Bei mir.

In mir.

Gehört ganz zu mir.

Ich spüre, ohne Dich zu suchen, kann ich nicht mehr leben.

Du bist ein Teil von mir,

auch wenn Du Dich nie ganz finden lässt.

Warum faszinierst Du mich so?

Warum ziehst Du mich so in Deinen Bann?

Mein Leben – ohne Dich – undenkbar.

Auch in allem Chaos warst Du da,

als schlichtes Vertrauen

wie den Kindern abgeschaut.

In der Nachdenklichkeit warst Du auch da,

als schlichte Einsicht,

wie den Weisen abgeschaut.

Du bist da!

Ich weiß, Du bleibst da – bei mir,

wenn ich mir zur Ruhe lege,

wenn ich müde werde.

Im Schlaf

bist Du mein Ruhekissen.

Du, ich sehne mich nach Dir!


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

Du

Liebe selbst, zieh mich zu Dir -

erfülle mich mit Deinem Geist -

werd mächtig in mir -

schenke mir mein wahres Ich -

zieh mich im Leben zu Deinem Ziel

und sei im Tod mein Licht!

Liebe, Sinn, Glück, Leben -

im Grunde bist Du alles!


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

In Anfechtung und Zweifel

Vater, ich schaue auf – die Welten fliehen, 

überstürzt schlägt mein Herz.

Meine Gedanken ziehen mit wie von mächtiger Hand, einzig es bleibt ein gläubiges Vertrauen auf Dich.

Die Gewalt jenes verborgenen Geschehens, 

lässt mich ein ruhiges und stilles Ja erleiden vor Dir.


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

Am Abgrund

Unsicher steh ich in verlorener Einsamkeit an den Enden der Meeresküste. 

Meine Augen blicken verletzt an den Horizont und suchen Deine Hilfe.

Weiter, ja – weiter geht es nicht mehr, und doch – kein Ende ist in Sicht.

Ganz fern – fern aus der Vergangenheit ertönt ein leises Sprechen, gewiss, Du bist erkennbar, Dein Versprechen ist geblieben.

Die unendliche Tiefe in meinem Inneren bringt Tränen hervor, ganz ohne Scham.

Liebe ist auch voller Not und Schmerzen oft die schlimmste Einsamkeit. 

Liebe kennt die nötige Geduld. Sie allein weiß, was wirkliches Leiden ist.

Hilfe allein kann sie nur geben, indem sie mich in Deine Gegenwart zieht.

Sie allein hält mich im Werden, wobei sie Deiner Wahrheit glaubt. So wird der Abgrund vor mir zu einer Entscheidung.

Ich gehe zurück mit dem Ziel, auf das versprochene Selbst zu vertrauen.


AMEN. 


© Gerhard Cieslik 

Kurzporträt

Pfarrer

Name:

Gerhard Cieslik


Familienstand:

Verheiratet mit Eva, Tochter Johanna


Heimatgemeinde:

Oberrot


Jugendengagement:

Mitwirkung bei der Kinderkirche, Jugendarbeit und Gottesdienstband „Let’s sing!“


Studium:

Theologie an den Universitäten Hamburg und Tübingen, Schwerpunkt Psychologische Beratung


Berufserfahrung: 

Seit 2018

Hauptamtlicher Pfarrer in Tüngental sowie Pfarrer zur Dienstaushilfe bei der Dekanin Anne-Kathrin Kruse, Hauptaufgaben das Reformationsjahr und die Gremienarbeit des Pfarrplans 2024


2014 – 2017

Kirchengemeinde Kocherstetten, Kirchenbezirk Künzelsau 


2012 – 2014

Tutor an der Universität Tübingen, Lehrstuhl für Kirchenordnung und Neuere Kirchengeschichte, Mitwirkung an einer wissenschaftlichen Editionsausgabe


Hobbys:

Natur, Wandern, Angeln, Klassische Werke und „Alte“ Bücher