PFARRERBLOG   @Gerhard Cieslik


GEBETE & PSALMEN

HILFE IN UNSERER ZEIT

Ein moderner Psalm

Liebender GOTT,
dieses Jahr ist alles anders.
Der Virus hat vieles durcheinandergeworfen
und hat nun auch bei uns Spuren hinterlassen.
Den einen wird es nun zuviel,
sie möchten zur ersehnten Normalität zurück,
die anderen sind vorsichtig und
ahnen, es ist noch nicht vorbei.
HERR, hilf DU, dass es nicht zwischen uns steht,
dass wir uns nicht noch mehr voneinander entfernen.
Wir sind aufeinander angewiesen,
eine Gemeinschaft mit DIR,
die DU DIR wünscht.
Sind unsere Herzen offen genug,
uns anzunehmen mit all unseren Sorgen und Hoffnungen?
Ist es uns möglich, soviel Toleranz füreinander aufzubringen?
Können wir dem Anderen so viel zugestehen,
wie wir es auch für uns selbst wünschen?
Wir brauchen dazu DEINE Hilfe!
Hilf uns! Hilf unserer Gemeinschaft!
Hilf bei unserem Zusammenleben!
DEIN Wort bleibt gültig,
es ist meine Kraftquelle in unsicherer Zeit.
DU, mein GOTT,
bist und bleibst meines Herzens Trost
und damit immer ein Teil von mir.
AMEN
 
© Pfr. Gerhard Cieslik, August 2020

VERLUST EINER FREUNDSCHAFT

Ein moderner Psalm
 
Lieber Gott,
tief traurig stehe ich heute vor DIR,
vor mir die Scherben der gemeinsamen Zeit der Freundschaft.
Gekämpft und gerungen haben wir bis zuletzt,
doch wir können nun nicht mehr weiter.
Versprechen wurden gebrochen,
Vertrauen zerstört,
tiefe Verletzungen haben uns beide gezeichnet.
Die gemeinsamen Erinnerungen und Erfahrungen sind es wert,
dass wir uns mit letztem Respekt die Hand zum Abschied reichen.
DU kennst uns!
DU weißt welche Neuanfänge wir genommen haben,
welcher Schmerz das Scheitern verursachte.
An der Kreuzung angekommen,
nimmst DU uns die Schuld ab.
DEINE Liebe begleitet uns weiter,
wir sagen leb wohl und wir brechen auf,
nun allein mit den Erinnerungen im Gepäck.
DU aber, gehst bei uns beiden mit.
Noch ist es dunkel,
finster die Gedanken,
wir hadern mit uns
und suchen im Nachhinein die Lösung,
die es vielleicht nie gab.
DEINE Hand schiebt uns weiter,
ganz hinten am Horizont, am Ende des Weges,
geht DEIN Licht der Versöhnung und der Gnade
für uns beide auf.
AMEN
 
© Gerhard Cieslik, In Memoriam an eine Freundschaft, Sommer 2020

 

UNSERE LINDE

Am Kirchle hier im Dörfle,
da steht ein Lindenbaum;
ich träumt in seinem Schatten
so manchen süßen Traum.
Ich schrieb in seiner Nähe
so manches liebe Wort.
Es zog in Freud und Leide
zu ihm mich immerfort,

zu ihm mich immerfort.

Ich mußt auch heute gehen
vorbei in tiefer Nacht,
da hab ich noch im Dunkeln
die Augen zugemacht;
und seine Zweige rauschten,
als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir, Vertrauter,
hier findst du deine Ruh,

hier findest du deine Ruh!”

Die kalten Winde bliesen
mir grad ins Angesicht,
die Sorgen sind gar viele,
ich zweifle aber nicht.
Nun bin ich manche Stunde
entfernt von Tüngental,
und immer hör ich's hauchen:
"Du fändest Heimat dort,

du fändest Heimat dort!”

Nach der Melodie von Franz Schubert
Text original: Wilhelm Müller
Umgeschriebener Text: Pfr. Gerhard Cieslik für den Liederkranz Tüngental


TÜNGENTALER HOCHZEITSLIED

So will ich mit Dir gehen 
und zu Dir stehn,
Bis zu dem letzten Tage 
Und dir stets treu.

Ich mag allein nicht bleiben,
Nicht einen Tag,
Mit Dir will ich sein und dich lieben,
Das ist mein Glück.

In Deiner Liebe findet
Mein Herz sei Ruh,
Und du stehst mir zur Seite
In Freud und Leid.

Lass uns gemeinsam leben,
Ich will es ja,
Bis wir die Augen schließen
Und ewig sind.

Wenn ich Dich immer liebe
Und Du mich auch,
So kommen wir zum Ziele
Gemeinsam hin.

So will ich mit Dir gehen,
Und zu Dir stehn,
Bis zu dem letzten Tage
Und Dir stets treu.

Neuer Text: Pfr. Gerhard Cieslik, Tüngental Sommer 2020.
Auf die Melodie von So nimm denn meine Hände von Friedrich Silcher, 1848.

In memoriam: Julie Hausmann (1826-1901)


ERNTEBITTE 2020

Ein moderner Psalm – ein Gruß an die Kirchengemeinde Großaltdorf

Liebender Gott,

auf freiem Feld schauen wir heute auf zu DIR –

DU allein, die Kraft, die Alles ins Leben ruft.

DEINE Stärke hält unsere Erde im Lebenszyklus,

Alles liegt in DEINEN Händen.

DU bist nicht ein Schöpfer aus fernen Zeiten,

immer schenkst DU Leben.

Damit wir leben können,

ernährt uns DEIN Boden,

stillt DEIN Wasser unseren Durst.

Tiere und Vieles hast DU uns anvertraut,

uns zum Besten und zum Genuss.

Sinnlich schmecken wir das gute Brot,

trinken den gehaltvollen Saft der Früchte.

Uns zum Leben, DIR sei es gedankt!

Heute bitten wir DICH,

sei bei uns,

wenn wir beginnen zu ernten,

was DU uns schenkst,

erhalte uns bei guter Gesundheit,

damit unsere Arbeit getan werden kann.

Sinnvolles Land ist bestelltes Land, wenn es Familien satt macht.
Wir bitten DICH,

schick Regen, wo nötig und Sonnenschein, wo möglich.

Gemeinschaftlich sehen wir auf zu DIR,

vertrauen auf DICH allein.

Sorgen haben wir so manche,

DU nimmst sie uns ab.

Freiheit, wir fühlen sie heute,

hier auf freier Ebene,

DEIN Himmel über uns,

DEIN Wind um uns,

bleib bei uns,

segne uns.

Liebender Gott,

auf freiem Feld schauen wir heute auf zu DIR –

spüren ganz DEINE Nähe.

AMEN

© Gerhard Cieslik, 2020

        

GEBET ZU PFINGSTEN 2020

Liebender Gott,

dieses Jahr ist Vieles anders.

Unsere Welt hat sich verändert,

wir sind besorgt, wie es weitergehen soll,

wie wir als Staat, Gesellschaft und auch als Dorf genesen.

 

Manchen unter uns geht es heute schlecht, einige haben Sorge, habe ich am Jahresende noch eine Arbeit?

 

Kinde sind verschreckt und die Zeit im Lockdown wird unerträglich, auch viele Ängste kommen auf.

 

Großeltern wird der Spagat zwischen Selbstschutz und Enkelentzug zunehmend unhaltbar.

Alleinlebende sind zum Teil frustriert, manche gar depressiv.

 

Mit all den Sorgen und Problemen im Gepäck, kommen wir heute früh zu DIR.

 

Wieso kommt das gerade im Gottesdienst hier zur Sprache?

Wir legen DIR das alles zu deinen Füßen, so dass uns es nicht mehr drückt – nicht mehr niederdrückt.

Wir geben es DIR ab, um wieder selbst auf die Beine zu kommen.

Im Abgeben spüren wir einen Hauch von Erleichterung, dieser kleine Moment hilft uns.

Wir benötigen Deine Hilfe, Dein Zuhören und Dein Trösten.

Heute bitten wir dich für andere und uns, dass du uns wieder näher zueinander führst,

dass Frust, Zweifel und Ärger nicht zwischen uns stehen, vielmehr Vergebung, Rücksicht, letztendlich Respekt und Liebe.

 

Die Kirche wird gerade viel kritisiert, zurecht oder nicht, gib du ihr die Stimme zurück, die die Herzen erreicht und neues Vertrauen gewinnt.

 

Warum haben wir diese Stimme so notwendig, könnte man fragen?

 

Wir antworten allen Fragenden ehrlich:

Die Stimme ist nicht um der Menschen willen wichtig, die in der Kirche arbeiten, sondern um Gottes Willen, DEIN WILLE ist wichtiger, DU, GOTT, der Allmächtige und unser Schöpfer sprichst in DEINEM Wort und Geist zu uns.

Mit Deinem Geist hast du Deine Kirche gegründet und erhältst sie bis ans Ende der Zeit, mit ihm spendest Du uns Trost und gibst uns die Kraft, bei Dir zu bleiben, auch wenn uns die kritischen Winde ins Gesicht blasen.

 

Wir halten es aus,

die Kraft dazu kommt von Dir!

Alle sollen es sehen, wie wir im Vertrauen zu Dir,

zu allen Menschen hin, Liebe und Vergebung leben. 

 

AMEN 

© Gerhard Cieslik, 2020            

DAS SCHÖNSTE VERSPRECHEN FÜR MICH 

Gott,

ich komme heute zu Dir,

mit Lob auf meinen Lippen. 

Ich will Dich erheben,

will Dir sagen, wie wichtig Du mir bist.

 

Ich geb es vor allen zu,

Du bist meine wahre Freude, 

Dich näher kennenzulernen,

ein tägliches Verlangen.

 

Ich möchte ehrlich sein,

Stimmen lenken mich an manchen Tagen ab,

an anderen ist mein Herz betrübt,

und an manchen leide ich.

Du siehst an manchen Tagen

kreise ich mich nur um mich,

verliere Dich aus meinem Blick.

 

Du hast Geduld mit mir,

das sprichst Du mir ins Herz.

Dein Versprechen ist für mich das Schönste,

Du willst mit mir sein, 

ein Leben lang 

und ich gehöre zu den Deinen.

So kann ich zur Ruhe kommen

und ich ahne den Sinn meines Seins.

 

Behüte mich vor schlimmen Fehlern,

und gib mir Sicherheit, wo ich wanke,

bleib in meiner Nähe, sei du mein Trost.

Jesus Christus - 

am Anfang und am Ende der Zeit,

mein Licht der Ewigkeit.

 

Wenn Du bei mir bist,

dann geh ich mit Dir.

Wohin Du mich sendest,

will ich Deinem Willen folgen

und im Leben neu Vertrauen wagen.

 

Loben will ich Dich

und von Dir reden

mit all meiner Kraft

und der Stärke in mir.            

AMEN 

© Gerhard Cieslik, 2020

MEINE SOLIDARITÄT

Liebender Gott, 

wir sehnen uns nach dir, 

nach deiner Kraft, die uns im Leben Halt gibt,

in schwierigen Zeiten sehnen wir uns nach der Gemeinschaft, 

Wir vermissen die Fülle des Lebens, 

weil wir uns alle im Moment beschränken müssen.

Das tröstende Gespräch an der Tür, 

die gute Begegnung zwischen Nachbarn und Freunden, 

können im Moment nicht sein.

Das Einander-Sehen könnte gefährlich sein.

Das schmerzt uns, 

wir fühlen uns manchmal sehr einsam und abgeschnitten.

Manche erleben auch Einsamkeit inmitten der Familien.

Unser Zuhause ist Zufluchtsort und bedrängender Raum zugleich.

Wir sind ganz zurückgeworfen auf uns selbst und unsere Liebsten.

Gott, gib uns trotz unserer Sorgen und großen Fragen,

einen Halt und einen verlässlichen Grund zur Zuversicht.

Wir sehnen uns nach Hoffnungsbildern,

nach Tanzen, die Stunden der Freude und des Gelingens,

des geselligen Beieinanderseins, unserer Gemeinschaft hier vor Ort.

Das einander Berühren, in die Arme nehmen, die Hand auf die Schulter legen, in diesen Tagen spüren wir, wie gut uns das eigentlich tut.

Gott, lass uns den langen Atem bekommen in diesen Stunden der Ödnis und Leere, in der Unsicherheit, wie es weitergehen soll.


Lieber Gott, ich bitte dich um Trost für mein Herz,

dass ich Vertrauen lerne und Mut bekomme,

mein Leben ist ein Geschenk, 

auf das ich achten will.

Daher will ich auch meine Mitmenschen achten,

will Ihnen Gutes tun in meinem Teil.

Ich danke dir, 

dass Du da bist, 

bei mir bist und bleibst,

auch wenn ich manchmal unter

dunklen Wolken gehe,

Dich nicht sehen kann.

Du bist dennoch da! Danke! 

AMEN

 

© Gerhard Cieslik, 2020

TÜNGENTALER WEIHNACHTSPSALM

Alle
Gott, DU kommst zu uns.
DU kommst in die Welt und heute auch zur mir.
DU willst bei mir sein und bleiben!

Pfarrer
Liebender Gott,
jedes Jahr hören wir DEINE frohe Botschaft –
Fürchte dich nicht!
ICH verkünde dir große Freude!
Ja, Herr, es ist eine Freude, wenn DU DICH aufmachst.
DIR bin ich so wichtig!

Gemeinde
DU unser heiliger Gott,
wie unsere Vorfahren suchen wir heute DEINE Nähe.
DU kehrst in unser Leben ein
und bist Mensch geworden wie wir.
Das ist heute die wunderbare Nachricht.

Alle
Gott, DU kommst zu uns.
DU kommst in die Welt und heute auch zu mir.
DU willst bei mir sein und bleiben!

Pfarrer
DU, meine Lebensquelle,
leuchtest in mein Leben hinein
und schaust mich gnädig an,
so wie ich eben bin.

Gemeinde
DU, unser Licht der Welt,
es ist DEINE Wahrheit,
die unsere Welt nicht hören will,
wir haben sie aber doch so bitter nötig,
denn wir wollen endlich Frieden
um uns und auch ins uns.

Alle
Gott, DU kommst zu uns.
DU kommst in die Welt und heute ach zur mir.
DU willst bei mir sein und bleiben!

Pfarrer
Mein Jesus,
wende DICH mir zu.
Schau in Liebe auf mich,
nimm mich in DEINE Arme
und lass mich DEINE Nähe spüren.

Gemeinde
Oh Jesus,
gib uns DEINEN Frieden.
Das Wohl unseres Leibes,
und das Heil unserer Seele.
Alles kommt von DIR –
DU bist unser wahres Geschenk.

ALLE
AMEN!


© Gerhard Cieslik, 2019

WEIHNACHTEN

Alljährlich ist es stets ein Fest,

wenn unser HERR sich in die Welt entlässt.

Er wird geboren als ein Kindelein,

und nimmt nicht an viel Schätzelein.

Er ist gar arm und lieget nur im Stroh,

derweil das Paar und alle Tier sind froh.


Er ist nun endlich da, der Retter,

ein süßes Kind ist doch viel besser,

als der Stall voll Leut mit Weltverbess´rer.

So sieht die Welt die Liebe selbst

mit DEINEM Licht DU all´ erhellst.

Die Welt ist nun bereit, bei DIR zu stehen,

und kann sich nicht sattsehen.


GOTT ist da - vollkommene Freude

und mein Herz hat große Acht,

in dieser Heilgen Nacht.


FROHE WEIHNACHT!


© Gerhard Cieslik, 2019

Mein Glaube

Ein moderner Psalm für Tüngental!

Liebender Gott,

mein Leben ist ein Wagnis.

Jeder Tag erfordert Mut.

Die Kraft kommt auch von DIR.

Wie oft hilfst DU mir durch den Tag,

lässt mich den Sinn des Weges ahnen.

DU stehst mir bei,

wenn ich durch Dunkelheiten muss.

Im Ozean des Lebens bist DU

mein Licht der Hoffnung.


DU bist meine Quelle,

mein lebendiges Wasser,

DU bist gut zu jeder Zeit.


DIR allein darf ich ganz vertrauen,

in DEINER Liebe ist Platz für mich.


DU schenkst mir Geborgenheit,

wenn ich mich verloren fühle.

DU spendest mir Trost,

wenn ich traurig bin.

DU begleitest mich in der Freude

bist mir ein wahrer Freund.


DIR allein vertraue ich,

DIR allein lege ich meine Lieben ans Herz

und DIR allein folge ich in alle Ewigkeit.


AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein Trost

Ein moderner Psalm für Otterbach!

Gott, 

deine Allmacht ist wahr.

Manchen ist das unerträglich.

Sie fragen wütend,

wo bist DU in all dem Leid?

Warum lässt DU das zu?

Ist das etwa DEIN Wille?

Wir wissen, diese Fragen bleiben ohne Antwort,

unser Leben lang.

Wir haben nur den Weg des Herzens,

nur dort ist ein Gespräch mit DIR möglich.

Unsichtbar für die Welt,

ist dort ein Raum der Ruhe.

Allen Ballast und Sorgenschwere 

nimmst DU auf DICH

und bietest mir DEINEN Frieden an.

Nur weil DU die Allmacht bist,

kannst DU mein Seelensorger sein.

Ohne DEINEN Trost,

ist Leben unvorstellbar, 

Verzweiflung nahe.

Aber DU bist da,

kommst mir entgegen 

und berührst mein Herz.

Die Fragen bleiben wohl,

doch jetzt kann ich vertrauen.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Meine Hoffnung

Ein moderner Psalm für Ramsbach!

Ewiger Gott, 

noch bevor ich auf die Welt kam, 

hast DU mich geliebt. 

Von DIR gewollt entsandt, 

wurde ich in den Arm meiner Mutter gelegt. 

Schon damals gabst du mir DEIN Versprechen, 

immer bei mir zu sein. 

DEINE Welt und ich lernten uns kennen, 

Erfahrungen, waren sie gut oder schlecht, prägten mich. 

Auch ging ich eigene Wege, 

die DIR nicht gefallen konnten. 

An manchen Tagen hast DU mich 

in DEINE Richtungen gezogen,

DU hast mich vor Schlimmem bewahrt,

ein Neuanfang war jederzeit möglich.

In meinem Leben hast DU mir 

Liebe ermöglicht,

tiefe Beziehungen konnten entstehen.

 

Doch in DEINER Welt sein, 

heißt auch Abschied nehmen müssen,

Liebe ist gewaltig und unhaltbar.

Manchmal habe ich sie verloren,

sehne ihr immer noch nach.

Meine Träume können sie nie loslassen,

weil sie dem Herzen zuruft immerdar:

Es gibt ein Wiedersehen!

 

In großer Not und Finsternis 

bleibst DU an meiner Seite.

Nie muss ich ganz an DIR zweifeln,

mit DIR diskutieren erlaubt.

DU hörst mir wirklich zu

und DU stärkst mich als die Person,

die ich wirklich bin.

Am Ende bist DU es,

meine Hoffnung,

die mich täglich leben lässt

und mir die Ewigkeit 

als gutes Ziel vor Augen hält.

Ewig bei DIR sein, 

ist dann die Erfüllung 

all meines Hoffens.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein Neuanfang

Ein moderner Psalm für Wolpertsdorf!

GOTT,
zum Leben bedarf es Mut,
an manchen Tagen fehlt er mir.
Niedergedrückt sinke ich in mich zusammen
und drückend ist auch meine Stimmung.
Sorgen kommen oft unvorhergesehen - 
sie überfallen mich in manchem nächtlichen Hinterhalt.
Wach liege ich da und
Bilder ziehen an mir vorbei.

Warum ist das geschehen?
Wie wäre es, 
wenn es doch ganz anders gekommen wäre?
Wo warst DU da eigentlich in diesem Moment?
Hast DU mich allein gelassen?
Fragen bohren und
die Nacht scheint endlos.

Doch DU lässt mich nicht allein,
DU hältst es mit mir aus.
Auch wenn alle schlafen,
bleibst DU bei mir, 
hörst mir zu.
Alles darf ich sagen,
für Nichts 
muss ich mich bei DIR schämen.

Wenn ich mir dann alles von der Seele geredet habe,
schenkst DU mir innerliche Ruhe
und ein lang ersehnter Friede,
legt sich sanft auf mein unruhiges Herz.
Alles weiß ich bei DIR gut aufgehoben,
deshalb muss ich es nicht mehr tragen.

Wenn meine Seele aufatmet - 
schenkst DU mir Schlaf.
In den Träumen der Nacht
liest DU mir deine Liebesbriefe vor.
Geliebt wache ich am Morgen auf,
höre im Innern noch DEINE letzten Worte.
Ich weiß, ich darf neu anfangen 
und ich kann es auch.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein Halt

Ein moderner Psalm für Veinau!

HERR, viele lachen mich aus, weil ich an DICH noch glaube.

Sie sagen: Du bist aus der Zeit gefallen - 

du lebst doch hinterm Mond.


Ich ertrage es leicht, so verrufen zu sein,

ich lache innerlich, wenn sie mich gar mitleidig anschauen.

In allen schwierigen und wichtigen Lebenswendungen,

warst DU da, hast DU, meine Wege gelenkt und mich begleitet.


Nie habe ich DICH gesehen und 

nie hast DU zu mir gesprochen.

Aber DEINE Nähe habe ich oft gespürt.


DU hast mir Botschaften zukommen lassen,

Worte, die mir zu Herzen gingen,

die mich trafen und ich wusste, sie sind von DIR.

DU hast mir Begegnungen geschenkt,

die mich tief gerührt haben.

DU hast mir Trost gegeben,

wenn ich allein war in meiner Not.


DU - mein Halt im Leben,

DU - mein Trost 

und DU - mein Seelenschatz.


Bleib bei mir,

halte mich fest in meinen Stürmen

und nimm mich am Ende in DEINE Arme.


Sie lachen vielleicht immer lauter,

ich aber ruhe ganz in DIR.

AMEN


© Gerhard Cieslik

Mein innerer Friede

Ein moderner Psalm für Altenhausen!

Liebender GOTT, 

gib mir die Gelassenheit

und die innere Ruhe – von DIR.

Das ist die Kraft,

die wirklichen Frieden schaffen kann.

DU aber sagst zu mir: 

Innere Ruhe findest du, 

wenn du dich von MIR ruhen lässt.

 

Sei daher DU mein Ruhepol, 

dem ich gelassen mein Leben anvertrauen kann.

Sei daher DU mein großes Lassen,

dem ich alles vor die Füße legen kann, 

was mein Herz schwer macht.

 

Meinen inneren Ballast lasse ich DIR da –

hier in DEINEM Haus.

Voller Kraft und Mut zum Leben –

versprüht meine Seele Liebesstaub.

Funkelnde Augen und lächelnde Gesichter – 

begegnen mir – morgen. 


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Gemeinsam vor Dir

Allmächtiger Vater,
fremd stehen wir uns gegenüber.
Andersartig sind unsere Lebenswelten.
Wir wissen nicht, wie wir uns begegnen sollen,
Missverständnisse begegnen sich.
Vorurteile lassen sich nicht unbeschwert ablegen,
es kostet viel Mut und Kraft auf beiden Seiten. 
Demütig betreten wir weiter
den Weg des Vertrauens zu DIR.
Beide wissen wir, dass Liebe allein von DIR kommt
und unser Leid nicht zur Verzweiflung wird.
Ängstlich fangen wir nun an,
reden
miteinander.
Spüren die Würde des Anderen.
Hoffen mit Zittern der Zukunft entgegen, 
erleben den Moment als Augenblick der Ewigkeit.
Schauen gemeinsam in die Verborgenheit
und erflehen beide DEINE Nähe.

AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

Sehnsucht nach Dir

Schon wieder ist es dunkel, 

ich spüre die Nacht, sie kommt näher.

Die Eindrücke des Tages wirken noch nach, 

in mir.

Viel gearbeitet – viel geschafft

und dennoch, es bleibt eine Lücke,

es fehlt Etwas.

Kaum greifbar, 

dennoch nah,

manchmal auch unheimlich.

Was bist Du in mir?

Wie lautet Deine Botschaft an mich?

Ein Entschluss.

Ein geheimnisvolles Drängen.

Urplötzlich der Wille – ich will mich öffnen.

Mutig tret ich durch die Herzenstür.

Komm näher – noch näher.

Nähe wird spürbar, wird ein Teil von mir.

Du bist doch da! – So ganz bei mir.

Gleichzeitig – entrückt und himmlisch.

Nicht von hier.

Meine Zweifel habe ich längst hinter mir gelassen.

Du bist da!

Nah.

Bei mir.

In mir.

Gehört ganz zu mir.

Ich spüre, ohne Dich zu suchen, kann ich nicht mehr leben.

Du bist ein Teil von mir,

auch wenn Du Dich nie ganz finden lässt.

Warum faszinierst Du mich so?

Warum ziehst Du mich so in Deinen Bann?

Mein Leben – ohne Dich – undenkbar.

Auch in allem Chaos warst Du da,

als schlichtes Vertrauen

wie den Kindern abgeschaut.

In der Nachdenklichkeit warst Du auch da,

als schlichte Einsicht,

wie den Weisen abgeschaut.

Du bist da!

Ich weiß, Du bleibst da – bei mir,

wenn ich mir zur Ruhe lege,

wenn ich müde werde.

Im Schlaf

bist Du mein Ruhekissen.

Du, ich sehne mich nach Dir!


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

Du

Liebe selbst, zieh mich zu Dir -

erfülle mich mit Deinem Geist -

werd mächtig in mir -

schenke mir mein wahres Ich -

zieh mich im Leben zu Deinem Ziel

und sei im Tod mein Licht!

Liebe, Sinn, Glück, Leben -

im Grunde bist Du alles!


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

In Anfechtung und Zweifel

Vater, ich schaue auf – die Welten fliehen, 

überstürzt schlägt mein Herz.

Meine Gedanken ziehen mit wie von mächtiger Hand, einzig es bleibt ein gläubiges Vertrauen auf Dich.

Die Gewalt jenes verborgenen Geschehens, 

lässt mich ein ruhiges und stilles Ja erleiden vor Dir.


AMEN.


© Gerhard Cieslik

Tüngental

Am Abgrund

Unsicher steh ich in verlorener Einsamkeit an den Enden der Meeresküste. 

Meine Augen blicken verletzt an den Horizont und suchen Deine Hilfe.

Weiter, ja – weiter geht es nicht mehr, und doch – kein Ende ist in Sicht.

Ganz fern – fern aus der Vergangenheit ertönt ein leises Sprechen, gewiss, Du bist erkennbar, Dein Versprechen ist geblieben.

Die unendliche Tiefe in meinem Inneren bringt Tränen hervor, ganz ohne Scham.

Liebe ist auch voller Not und Schmerzen oft die schlimmste Einsamkeit. 

Liebe kennt die nötige Geduld. Sie allein weiß, was wirkliches Leiden ist.

Hilfe allein kann sie nur geben, indem sie mich in Deine Gegenwart zieht.

Sie allein hält mich im Werden, wobei sie Deiner Wahrheit glaubt. So wird der Abgrund vor mir zu einer Entscheidung.

Ich gehe zurück mit dem Ziel, auf das versprochene Selbst zu vertrauen.


AMEN. 


© Gerhard Cieslik 

Kurzporträt

Pfarrer

Name:

Gerhard Cieslik


Familienstand:

Verheiratet mit Eva, Tochter Johanna


Heimatgemeinde:

Oberrot


Jugendengagement:

Mitwirkung bei der Kinderkirche, Jugendarbeit und Gottesdienstband „Let’s sing!“


Studium:

Theologie an den Universitäten Hamburg und Tübingen, Schwerpunkt Psychologische Beratung


Berufserfahrung: 

Seit 2018

Hauptamtlicher Pfarrer in Tüngental sowie Pfarrer zur Dienstaushilfe bei der Dekanin Anne-Kathrin Kruse, Hauptaufgaben das Reformationsjahr und die Gremienarbeit des Pfarrplans 2024


2014 – 2017

Kirchengemeinde Kocherstetten, Kirchenbezirk Künzelsau 


2012 – 2014

Tutor an der Universität Tübingen, Lehrstuhl für Kirchenordnung und Neuere Kirchengeschichte, Mitwirkung an einer wissenschaftlichen Editionsausgabe


Hobbys:

Natur, Wandern, Angeln, Klassische Werke und „Alte“ Bücher